Darf ich vorstellen: Mein Glaubensbekenntnis

Zu Platons 7. Brief

 

 

 

Der Brief ist an Dions Hinterbliebene und Freunde geschrieben worden und richtet sich gegen die Tyrannenherrschaft des Dionysios. Der Brief schildert zuerst staatliche Vorgänge und Platon schildert seine Bemühungen, in der Politik Einfluss zu nehmen, was er auch tun wollte. Außerdem schreibt er über die Vorgänge um Sokrates und dessen Hinrichtung. Platon wäre es wichtig gewesen, den Staat in die Gerechtigkeit zu führen (324d), allerdings tötete man den bis dahin gerechtesten: den Sokrates. Es war ein großer Frevel dies zu tun. Platon hält ihn für den gerechtesten Mann seiner Zeit. Im Prinzip könnten Platons Ausführungen verschiedenen philosophischen Disziplinen zu geordnet werden:

 

politische Philosophie, Lebensphilosophie, Eschatologie, Ethik, Erkenntnistheorie

 

Die damaligen Verfassungen wurden von den Herrschenden nur schlecht verwaltet und dies schreckte Platon in die Staatsregierung zu gehen (326a). Die Gerechtigkeit im Staat kann nur erreicht werden, wenn die echte Weisheit und Wahrheit herrscht. Platon kann den Lebensgewohnheiten in Italien und Sizilien nichts abgewinnen, dies ist für ihn mit keinem glücklichen Leben gleich zu setzen (326a).

 

Ebenfalls kritisiert er die Regierungsformen, die nicht auf einer gerechten, auf gleichen Gesetzen ruhende Verfassung basieren (326d). Platon will seine Gedanken zu Gesetz und Verfassung darlegen und somit das Gute bewirken (328c).

 

Die schärfste Waffe um eine Regierungsänderung zu erreichen ist eine gute Rede (328d). Platon stand im Zwiespalt der Wahl: Freundschaft mit Dion oder Dionysios. Platon hoffte durch den Einfluss seiner Philosophie auf Dionysios, dieser würde ihr angemessener leben (330b). Anschließend spricht Platon von seiner Ansicht über das Rat- erteilen- Wollen (330c-331d). Ratschläge sollten nur demjenigen erteilt werden, der sich darauf einlassen will. Gegen Eltern darf beim Rat- erteilen, so Platon, keine Gewalt angewendet werden (ebd.).

 

Die Empfehlung an Dionysios lautet: sich selbst zu beherrschen, zuverlässige Freunde auswählen, die der Tugend habhaft sind (332a u. d-e). Die Natur hat keinem Menschen Unsterblichkeit verliehen; sie hätte auch nicht die Vorteile gebracht, die die Menschen glauben, von ihr zu erhalten (334e). Es ist besser Vergehungen und Ungerechtigkeiten zu erdulden, als sie zu verbreiten (335a).

 

Hinweise auf eine Aburteilung in der Unterwelt werden gegeben (335c). Anstatt Rache an Feinden zu üben, soll man lieber seine Leidenschaften und Begierden besiegen lernen (337a). Führende Regierungsmitglieder sollten lernen sich den Gesetzen zu unterwerfen, anstatt sich über sie zu stellen (337b). In einer Stadt von zehntausend Einwohnern sollten fünfzig der Besten regieren. Sie müssen Streit und Hass zwischen den Bürgern verhindern oder schlichten (337b-c). Führen eines philosophischen Lebens als schwieriges Unternehmen (341a). Es ist ein Problem philosophische Gedanken nur schriftstellerisch darzulegen (341b-e). Drei Erkenntnisstufen gibt es von einem Gegenstand: 1. Name; 2. Begriff; 3. Abbild. Ein viertes ist die Erkenntnis und als fünftes gibt es den Geist. Der Gegenstand an sich ist die Idee. Wird das vierfache erfasst so ist es auch möglich den Geist (fünfter Punkt) zu erkennen (342a-343a). Philosophische Gedanken fruchtbar zu machen, gelingt am besten, wenn sie im Gespräch diskutiert werden können, aufschreiben ist nur die zweitbeste Lösung. Der sinnlich wahrnehmbare Kreis streift das Gerade, d. h. er besteht im Grunde aus einer Geraden, z. B. einem als Kreis gelegten Seil. Der ideale Kreis dagegen kann jedoch sein Gegenteil, das Gerade, nicht annehmen. (Siehe dazu auch im Phaidon die Ausführungen zur Unsterblichkeit der Seele).

 

Der Name für einen Gegenstand kann man trotzdem auch für nichts verwenden. Dadurch kommt man zu nichts bestimmtem (343b). Es gibt das Sein und die Beschaffenheit (Sein = Wesen). Die Seele will wissen was und nicht wie (343c). Das Täuschende und das Wahre des Seins gilt es zu erkennen; dies gelingt nur nach ständiger Übung (344b). Platon beschreibt seine beiden Besuche bei Dionysios als eine Reise zwischen Skylla (1.) und Charybdis (2.) (345e).

 

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